detlef griga
geb. 03.04.1947 in hannover

signatur: dgriga
seit anfang 80er jahre bei signatur keine angabe der jahreszahl, da ich der meinung bin, daß die bilder in der zeit zwischen 1947 also meinem geburtsjahr und meinem todesjahr entstanden sein müssen. und das sollte reichen. denn wem oder was sollte es nützen, zu wissen an welchem tag, in welchem monat etc. ein bild fertiggestellt wurde?

titel: kein bild „ohne titel“
ich lege wert darauf, daß jedes bild einen titel trägt. der titel ist nie erklärung oder hinweis auf bedeutung, sondern bezeichnung: es geht lediglich darum, „dem kind einen namen zu geben“.


1964
der wunsch, eine ausbildung zum lithographen zu absolvieren, ist nicht möglich, da bei amtsärztlicher untersuchung eine rot-grün-schwäche festgestellt wird.
ausstellungsbesuch: kestner-gesellschaft hannover: richard oelze.

1965
ausstellungsbesuch: kestner-gesellschaft hannover: wiener schule des phantastischen realismus.

1964-67
lehre für den beruf „industrie-kaufmann“.

1965
reise durch england per anhalter
baß-guitarrist der band „die hutzelmännchen“ in hannover.

1966
besuch bei ernst thoms in seinem atelier in hannover.
ernst thoms (13.11.1896 -11.05.1983), maler der neuen sachlichkeit. er war humorvoll, geistreich, freundlich. an folgenden ausspruch kann ich mich gut erinnern: „wer malt, sündigt nicht, jedenfalls solange er malt!“

1968
1969
mappenvorbereitung unter befolgung der sachgerechten ratschläge meiner ehemaligen kunstlehrerin frau hedwig schlinck. ua. riet sie mir zu naturstudien und verbannte farbstifte, kohle, farben aus dem tuschkasten etc. aus meinen arbeiten, die ich bei der werkkunstschule hannover vorlegen wollte. aber es kam anders, ich übersiedelte ende 1969 nach berlin und bewarb mich an der hfbk für den studiengang „freie malerei“.

1970
aufnahmeprüfung an der hfbk berlin (14./15.16.04.1970) bestanden, nach einigen wochen abbruch des studiums. zum einen: gelangweilt durch verschulung: naturstudien (arbeitstempo im stil eines pressezeichners): bananen-, schlüssel-, schuhe-, hände- und nasen zeichnen…ich dachte, das hätte ich hinter mir.
zum anderen: der wunsch, bei prof. janssen (nach ableistung der 2 grund-semester) zu studieren, konnte nicht in erfüllung gehen, da 1971 peter janssen`s emeritierung erfolgte.
reise mit dirk michaelis durch europa: holland, belgien, frankreich, spanien, schweiz.
längerer aufenthalt auf formentera (als insel noch unberührt und nicht vom massen-tourismus okkupiert). danach wieder in berlin.
bekanntschaft und einige gelage in berlin-schöneberg mit friedrich schröder-sonnenstern (11.09.1892- 10.05.1982), zeichner und maler, einer der wichtigsten vertreter der „art brut“.
merkwürdigerweise im ort kaukehmen / memel / ostpreußen
(ab 1938: kuckerneese) geboren, dem ort, wo meine vorfahren väterlicherseits gelebt haben. auch mein vater wurde dort geboren.
an einen ausspruch friedrich`s (als wir in geselliger runde mit der legendären
„frau von schluck“ in der dennewitz-klause zusammensaßen, kann ich mich gut erinnern:
„alles in unserer sprache, was mit be-… anfängt, wie beamter, behörde, befund, befehl, ist bekloppt, ist beschissen!“

1972
beteiligung an der 60. herbstausstellung des kunstvereins hannover mit 2 arbeiten:
„trostpreis für ein gemälde“, 1972, 140 x 100 cm, öl/leinwand (vernichtet, siehe 1984) und „das rotgitter“, 1972, 43 x 63 cm, farbstifte/ papier.
erster und bis heute einziger schritt, meine bilder in einer ausstellung öffentlich zu machen. verspürte danach keine lust mehr, meine werke „anzubieten“.

1973
ausstellungsbesuch: kestner-gesellschaft hannover: friedrich schröder-sonnenstern.

1976
rückkehr nach hannover.
ausstellungsbesuch: kestner-gesellschaft hannover: adolf wölffli.

1978
reise südengland mit frau ingrid s.
geburt des sohnes leif.
baß-guitarrist der band „hard stuff“.

1980 verkauf des gemäldes „stein der sonne“ an frau christa rugen, offenbach

1981
geburt des sohnes nils.

1984
schmerzlicher verlust fast aller im atelier befindlichen gemälde durch heimtückischen anschlag.
nur wenige bilder konnten gerettet dh. restauriert werden.
die mappen mit den zeichnungen blieben davon unberührt, da diese unter dem bett in einem nebenraum lagen und übersehen wurden.

1985/86
berlin

1987
wieder in hannover, gelegenheitsarbeiten ua. als verkäufer, taxifahrer, im messebau, bei der landvermesssung. trennung von frau ingrid.
erste zaghafte versuche, die künstlerische tätigkeit wieder aufzunehmen.

1990
überwindung der krise nach dem schock von 1984. markstein des neuanfangs das gemälde „kaspar hauser“.
bis heute: partnerschaft mit gerlinde d.


1992
korfu

1994
malta

seit 1995
regelmäßige sommeraufenthalte in holland / zandvoort.

2004
bezug eines eigenen ateliers unterm dach eines altbaues in
hannover-oststadt. bis dahin mit meiner staffelei immer unter räumlichen schwierigkeiten in irgendwelchen „notecken“ (küche, wohnzimmer etc.) herumgedrückt.